Periimplantitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnfleischs und Knochens rund um ein Zahnimplantat. Ein Implantat selbst kann nicht an Karies erkranken, doch die Gewebe, die es stützen, können sich entzünden. Eine frühe Untersuchung ist wichtig, weil die Behandlung davon abhängt, ob bereits Knochenverlust vorliegt.
Diese Seite ergänzt die allgemeine Information zu Parodontalbehandlungen um die besondere Situation bei Implantaten. Sie ersetzt keine Untersuchung oder individuelle Behandlungsempfehlung.
Bei einer periimplantären Mukositis ist das Weichgewebe rund um das Implantat entzündet: Das Zahnfleisch kann gerötet, geschwollen oder beim Reinigen blutend sein, ohne dass sich der Knochenstand verändert hat.
Bei einer Periimplantitis besteht zusätzlich messbarer Knochenverlust rund um das Implantat. Die Unterscheidung wird durch eine klinische Untersuchung und Röntgenaufnahmen getroffen. Sie ist wichtig, weil die Behandlung bei einer reinen Weichgewebeentzündung anders geplant wird als bei Knochenverlust.
Lassen Sie ein Implantat zahnärztlich untersuchen, wenn eines oder mehrere dieser Zeichen auftreten:
Beweglichkeit des Implantats kann ein spätes Zeichen sein und sollte zeitnah abgeklärt werden.
Mögliche Risikofaktoren sind frühere Parodontitis an natürlichen Zähnen, Rauchen, schlecht eingestellter Diabetes, schwer zu reinigende Versorgungen, Zementreste, zu wenig festes Zahnfleisch rund um das Implantat und unregelmäßige professionelle Nachsorge. Knirschen oder Pressen kann eine bereits belastete Situation zusätzlich mechanisch beanspruchen.
Ein einzelner Faktor erklärt nicht jeden Fall. Deshalb gehören Mundhygiene, allgemeine Gesundheit, Implantatversorgung und Biss in die Untersuchung.
Bei der Untersuchung werden das Gewebe rund um das Implantat, Blutung und Taschentiefen beurteilt. Röntgenaufnahmen helfen, den aktuellen Knochenstand mit früheren Aufnahmen zu vergleichen. Bei komplexen Situationen kann eine dreidimensionale Bildgebung für die Behandlungsplanung relevant sein.
Ohne die Kombination aus klinischem Befund und Bildgebung lässt sich eine Mukositis nicht zuverlässig von einer Periimplantitis mit Knochenverlust abgrenzen.
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Bei frühen Veränderungen kann eine nicht-chirurgische Reinigung der zugänglichen Implantatoberfläche, die Verbesserung der häuslichen Pflege und die Korrektur schwer zu reinigender Bereiche Teil des Plans sein. Danach wird kontrolliert, ob Blutung und Taschentiefen sich verbessert haben.
Wenn bereits Knochenverlust vorliegt, kann eine chirurgische Behandlung nötig sein, um den Bereich unter Sicht zu reinigen und die Form des Defekts zu beurteilen. Je nach Defekt können weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Reinigbarkeit oder zum Wiederaufbau von Gewebe besprochen werden. Ob ein Implantat erhalten werden kann, ist eine individuelle Entscheidung nach Untersuchung und Bildgebung.
In manchen Fällen kann die Entfernung eines Implantats und eine spätere Neuplanung die sinnvollere Option sein. Diese kann eine Abfolge aus Entfernung, Heilung, gegebenenfalls Knochenaufbau und späterer erneuter Versorgung umfassen. Welche Lösung möglich ist, hängt von der aktuellen Knochen- und Gewebesituation ab.
Wenn eine neue implantatgetragene Versorgung infrage kommt, bietet die Seite zu Zahnimplantaten allgemeine Informationen. Sie ersetzt jedoch nicht die Diagnose einer bestehenden Implantatentzündung.
Nach einer Behandlung bleiben regelmäßige Kontrollen und die sorgfältige Reinigung rund um Implantate wichtig. Die Häufigkeit der Nachsorge richtet sich nach dem persönlichen Risiko. Interdentalbürsten in passender Größe, professionelle implantatschonende Reinigung und die Behandlung von Risikofaktoren gehören in den individuellen Plan.
Bei einer Vorgeschichte mit Parodontitis sollten auch die natürlichen Zähne stabil gehalten werden. Weitere Hintergrundinformationen finden Sie unter Parodontalbehandlungen.
Für die Planung sind vorhandene Röntgenbilder, Implantatpass oder Informationen zum verwendeten Implantatsystem hilfreich, falls sie verfügbar sind. Über die Kontaktseite können Sie eine Untersuchung anfragen, das Behandlungsteam kennenlernen oder sich über den Behandlungsplan informieren.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder individuelle Beratung.